Handbuch: Macro Configuration

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Der Zxx-Makro-Konfigurationsdialog ist über den Pattern-Editor erreichbar. Hier kannst du konfigurieren, wie sich Zxx- und \xx-Befehle verhalten sollen. Um diesen Befehlen mehrere Funktionen zuweisen zu können, kannst du bis zu 16 Makros definieren, die mit dem Befehl SFx aufgerufen werden. Alle nachfolgenden Zxx- und \xx-Befehle auf diesem Kanal führen dann die Aktion aus, die mit dem SFx-Befehl festgelegt wurde.

Macro Configuration.png

Macro-Syntax[Bearbeiten]

Makros sind parametrisierte MIDI-Nachrichten. Sie können aus Konstanten (Großbuchstaben) sowie Variablen (Kleinbuchstaben) bestehen:

Konstanten[Bearbeiten]

  • Die Buchstaben A bis F sowie die Ziffern 0 bis 9 sind Konstanten. Sie werden als 4-Bit-Werte (sog. Nibbles) behandelt.

Allgemeine Variablen[Bearbeiten]

  • Der Buchstabe n wird durch die zuletzte angeschlagene Note auf dem Makros-Kanal ersetzt.
  • Der Buchstabe c wird durch den MIDI-Kanal aus der Instrument-Konfiguration ersetzt.
  • Parametrisierte Makros (Z00 bis Z7F) können auch den Buchstaben z enthalten, welcher durch den 7-Bit-Parameter des Zxx-Kommandos (00 bis 7F) ersetzt wird.

Volume- und Velocity-Variablen[Bearbeiten]

  • Der Buchstabe v wird durch die aktuelle Notenlautstärke (Velocity) ersetzt. Diese beinhaltet auch Volume Slides und ähnliche Effektbefehle.
  • Der Buchstabe u wird durch die aktuelle berechnete Notenlautstärke ersetzt. Diese beinhaltet auch die Lautstärke-Hüllkurve des aktuelle gespielten Instruments.

Panning-Variablen[Bearbeiten]

  • Der Buchstabe x wird durch die aktuelle Stereoposition des Kanals ersetzt.
  • Der Buchstabe y wird durch die berechnete Stereoposition des Kanals ersetzt. Diese beinhaltet auch die Panning-Hüllkurve des aktuelle gespielten Instruments.

MIDI-Programmwechsel-Variablen[Bearbeiten]

  • Der Buchstabe a wird duch das höchstwertige Byte der MIDI-Banknummer aus der Instrument-Konfiguration ersetzt.
  • Der Buchstabe b wird durch das niederwertige Byte der MIDI-Banknummer ersetzt.
  • Der Buchstabe p wird durch die MIDI-Programmnummer ersetzt.

Der Macro Help-Knopf zeigt alle verwendbaren Buchstaben in einer kurzen Übersicht.

Interne Makro-Nachrichten beginnen mit der Buchtstabenkombination F0F0 oder F0F1 (welche eine praktisch ungültige SysEx-Nachricht darstellt) und sind im Endeffekt immer vier Bytes (also acht Nibbles) lang. Sie können benutzt werden, um den Resonanten Sample-Filter oder Plugin-Einstellungen zu verändern. Alle anderen MIDI-Nachrichten sind Externe Makro-Nachrichten und werden direkt an Plugins gesendet.

Ein Makro kann aus mehreren internen oder externen Nachrichten bestehen und darf bis zu 31 Zeichen lang sein. So ist es zum Beispiel möglich, mit einem einzigen Makro gleichzeitig Filter-Cutoff und -Resonanz zu setzen.

Parametered Macro (Z00 - Z7F)[Bearbeiten]

Im oberen Teil des Fensters befindet sich eine Liste, in der alle 16 möglichen Makros für den Parameterbereich Z00 bis Z7F und ihre Funktion aufgezählt sind. Ein solches Makro stellst du mit dem Befehl SFx ein. SF0 ist das standardmäßig auf allen Kanälen aktive Makro.

Die Konfiguration der Makros kannst du unterhalb dieser Liste vornehmen: Klicke auf einen der mit SFx beschrifteten Buttons oder wähle in der Dropdown-Liste Modify macro das Makro aus, das du editieren möchtest (0 bis 15). Daneben kannst du dann die Funktion festlegen:

  • Unused: Das Makro hat keine Funktion.
  • Set Filter Cutoff: Der Cutoff-Wert des Low- oder Highpass-Filters wird eingestellt.
  • Set Filter Resonance: Der Resonanz-Wert des Filters wird eingestellt.
  • Set Filter Mode: Z00 schaltet den Lowpass-Filter ein, Z10 den Highpass-Filter.
  • Plugin Dry/Wet Ratio: Konfiguriert das Verhältnis zwischen Original-Sound und dem durch ein VST-Plugin modifizierten Sound. Dazu muss ein Plugin dem Kanal zugewiesen sein, auf dem das Zxx-Ereignis eintritt! Z7F bedeutet 100% Wet / 0% Dry (Standard), Z00 ist 0% Wet / 100% Dry.
    Achtung: Hierdurch wird selbstverständlich der Wet/Dry-Wert auf dem General-Tab verändert!
  • Control Plugin Param: Ein Plugin-Parameter wird verändert. Dazu muss auch wieder das zu verändernde Plugin diesem Kanal zugewiesen werden! Wähle im der darunter liegenden Dropdown-Liste das Plugin aus, dessen Parameter verändert werden soll und rechts davon den zu verändernden Parameter.
    Du kannst mit ein und demselben Makro gleich mehrere Plugins kontrollieren: Wichtig ist hier nur die Parameter-Nummer. Haben zwei Plugins z.B. den Parameter "2" und du möchtest bei beiden diesen Parameter steuern, so musst du nur ein Makro für diesen Parameter festlegen. In der Makroübersicht wird auch neben solchen Makros der Button Show All... angezeigt, mit dem du prüfen kannst, welche Plugins du mit diesem Makro steuern kannst. Die Verwendung von einem Makro natürlich keinen Nachteil. Du kannst die Plugins immer noch unabhängig voneinander ansteuern, da ja nur wichtig ist, auf welchem Kanal das Makro benutzt wird (Durch das Makro wird immer nur das dem Kanal zugewiesene Plugin beeinflusst). Hinweis: Param Control-Noten sollten dieser Methode vorgezogen werden.
  • MIDI CC: Sendet ein Controller-Command an ein Plugin (das wiederum diesem Kanal zugewiesen sein muss). Die meisten Controller-Commands sind nicht festgelegt, Plugins können darauf individuell reagieren. Bekannte Controller-Commands sind z.B. das Auswählen der Sample-Bank, das Modulationsrad, Panning oder die Fußpedal-Steuerung.
  • Channel Aftertouch: Eine Channel-Aftertouch-Nachricht wird gesendet. Aftertouch bezeichnet den Druck, der auf die Klaviatur nach Drücken einer Taste angewendet wird. Dabei ist der Druck auf alle "Tasten" desselben Kanals identisch.
  • Polyphonic Aftertouch: Eine Polyphonic-Aftertouch-Nachricht wird gesendet. Diese setzt sich aus einer Notennummer und dem aktuell ausgeübten Druck auf diese Taste zusammen. Die Notennummer wird automatisch aus der zuletzt auf dem Kanal angeschlagenen Note errechnet.
  • Pitch Bend: Eine Pitch-Bend-Nachricht wird auf dem aktuellen Kanal gesendet. Die unteren 7 Bit des Pitch-Bends sind immer 0.
  • Custom: Eine selbst gewählte MIDI-Nachricht wird an das Plugin oder den Filter gesendet. Dies können beliebige MIDI-Nachrichten sein, welche üblicherweise drei Bytes (oder sechs Nibbles) lang sind.

Fixed Macro (Z80 - ZFF)[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den Werten Z00-Z7F können die Werte Z80-ZFF nur eine Funktion annehmen, die du aber wiederum selbst auswählen kannst. Es gibt auch hier einige Voreinstellungen, doch das besondere an diesem Modus ist, dass du theoretisch jedem Wert seine eigene Funktion zuweisen kannst. Wähle dazu in der Dropdown-Liste Custom den gewünschten Wert aus und bearbeite im Eingabefeld rechts davon den Wert.

  • Custom: Eine selbst gewählte MIDI-Nachricht wird an das Plugin oder den Filter gesendet.
  • Z80-Z8F controls resonance: Der Resonanz-Wert des Filters wird mit dem Parametern Z80-Z8F gesteuert. (Standard im Impulse-Tracker)
  • Z80-ZFF controls resonance: Der Resonanz-Wert des Filters wird mit dem Parametern Z80-ZFF gesteuert. (Mehr Genauigkeit)
  • Z80-ZFF controls cutoff: Der Cutoff-Wert des Low- oder Highpass-Filters wird eingestellt. (Standardfunktion von Z00-Z7F)
  • Z80-ZFF controls filter mode: Z80 schaltet den Lowpass-Filter ein, Z90 den Highpass-Filter.
  • Z80-Z9F controls resonance+mode: Die Werte Z80-Z8F kontrollieren den Resonanz-Wert, Z90 und Z91 stellen den Lowpass-Filter ein und Z92/Z93 den Highpass-Filter.
  • Z80-ZFF controls Channel Aftertouch: Eine Channel-Aftertouch-Nachricht wird gesendet.
  • Z80-ZFF controls Polyphonic Aftertouch: Eine Polyphonic-Aftertouch-Nachricht wird gesendet. Die dafür benötigte Note wird aus der zuletzt auf dem Kanal angeschlagenen Note berechnet.
  • Z80-ZFF controls Pitch Bend: Eine Pitch-Bend-Nachricht wird auf dem aktuellen Kanal gesendet. Die unteren 7 Bit des Pitch-Bends sind immer 0.

Standardkonfiguration[Bearbeiten]

Standardmäßig sind die Makros wie folgt konfiguriert:

  • SF0 Setzt die Cutoff-Frequenz des resonanten Filters, alle anderen parametrisierten Makros tun nichts.
  • Die festen Makros Z80 bis Z8F setzen die Resonanz des Filters, Z90 bis ZFF tun nichts..

Für neu erstellte Dateien kann auch die aktuell gewählte Konfiguration als Standardkonfiguration festgelegt werden, indem der Set as default-Button betätigt wird. Es ist allerdings praktischer und vielseitiger, Template-Module statt dieses Buttons zu verwenden.